Michico Friedrich
 

Karma

Beide Lehren vermitteln diese Gesetzmäßigkeit, die jeder Handlung zu eigen ist, und bezeichnen sie mit mit dem Sanskritwort „Karma“. Karma bedeutet, dass auf jede Handlung eine Wirkung folgt, die der Natur der Handlung entspricht. So haben positive Handlungen Freude und Glück, negative Handlungen hingegen Leid und Probleme zur Folge. Karma bedeutet also nicht, einem vorbestimmten Schicksal ausgeliefert zu sein; vielmehr sind wir selbst diejenigen, die bestimmen wie es uns geht, denn mit unserer Einstellung und jeder einzelnen Handlung beeinflussen wir unser Karma, schaffen neues Karma und gestalten somit ständig die Qualität unseres Lebens.

Der richtige Weg

Dieser Weg besteht darin, durch Meditation, Achtsamkeit und richtiges Verhalten den eigenen Geist „in den Griff zu bekommen“ , ihn zu „zähmen“. Mit Hilfe von Meditation und bewusst positivem Verhalten vertiefen wir einerseits Liebe und Mitgefühl für alle Lebewesen und andererseits die Einsicht in die Natur der Dinge. Dies führt allmählich zum Abschwächen der Ich-Zentriertheit, zum tieferen Erkennen der Wirklichkeit und letztendlich zur Buddhaschaft oder zum „achtgliedrigen Pfad nach Patanjali“ im Yoga.

Alle Weisheitslehren vermitteln Wege und Grundgedanken um in die eigene Mitte „zum wahren Ich“ um in die Selbstfindung zu gelangen.

Meditation und Achtsamkeit sind eine Art Geistestraining, das uns zu einem gesunden, klaren und frohen Geist und zur Erkenntnis seiner unbegrenzten Natur verhilft. Wir werden fähig, uns selbst, unsere Mitmenschen und unsere Umwelt einer tieferen Wirklichkeit entsprechend zu sehen und uns von den verschiedenen Vorstellungen, Interpretationen, Wünschen und ärgsten, die eine solche direkte Wahrnehmung unmöglich machen, zu lösen.

Positives Verhalten, d.h. Handlungen, die mit der Motivation, anderen und uns selbst Gutes zu tun, gesetzt werden, unterstützen dabei unsere geistige Entwicklung; sie schaffen ein harmonisches Leben und die Grundlage für die innere Stärke, die für die Praxis der Meditation wichtig ist.

Die vier edlen Wahrheiten

1.Das Entfalten der inneren Fähigkeiten
2.Das Entwickeln von Liebe und Mitgefühl
3.Das Erlangen von Geistesruhe und Erkenntnis
4.Selbstverwirklichung (das volle Erreichen des innewohnenden Potentials)

Das Erkennen unserer inneren Zusammenhänge geht mit dem Verständnis einher, dass man selbst über das Potential der Buddhaschaft und der Selbstverwirklichung verfügt. In der „Wahrheit des Aufhörens des Leidens“ und dem „Weg der Wahrheit“ liegt die Bereitschaft zur Eigenverantwortung und die Bereitschaft seine eigenen Schwächen in Stärken zu verwandeln und dadurch zum Ziel durch den „Weg des Herzens“ in die Freude zu gelangen.

Pfeil rechtsYoga als geistige Haltung